Josef Klammer :: TRIESTER

 triester

TRIESTER
Die Triestersiedlung wird zum Klang- und Lichtraum
The Triester housing estate becomes a space of sound and light

Josef Klammer
:: Martin Behr
and :: Martin Osterider

1.) TRIESTER — Public Performance
with :: Laurenz Theinert
(visual piano)
and The Styrian Improvisers Orchestra:
Oskar Mörth – vocals, Anna Grenzner – cello, Alvaro Vallejo Larre – violin,
Mahtab Miandehi – violin + electronics, Katja Zwanzger – tenor sax, denovaire – esraj + electronics, Nick Acorne – electronics, Richie Herbst – electronics, Seppo Gründler – guitar + electronics, Armin Pokorn – guitar + electronics, Keyvan Paydar – objects + toys, Jan Samson Krizanic – drums,
Josef Klammer – conducting + augmented drums
Friday, 3. July 2026, 20:00
Courtyard / Innenhof, Reiherstadlgasse 33–37, 8020 Graz, Austria

2.) REMEMORY TRIESTER — Limited Edition Presentation
Saturday, 29. August 2026
:: GIF Festival, Schaumbad Graz
Puchstraße 41, Graz, Austria

3.) RADIO TRIESTER
ORF Ö1, Blaue Stunde
Monday 5. October 2026, 21:01

(English bellow)

Mit dem Kunstprojekt „TRIESTER“ wird die Grazer Triestersiedlung zu einem außergewöhnlichen Schauplatz für Musik, Klangkunst und Lichtinstallationen. Ziel des multimedialen Projekts ist es, dem Lebensraum der Bewohnerinnen und Bewohner im Stadtbezirk Gries neue Sichtbarkeit und Hörbarkeit zu verleihen. Konkret wird eine U-förmige Wohnanlage am 3. Juli 2026 für einen Abend zu einem akustisch-visuellen Erlebnisraum. Als Hauptsponsor des Projektes fungiert die GWS (Gemeinnützige Alpenländische Gesellschaft für Wohnungsbau und Siedlungswesen m.b.H.).
Im Mittelpunkt des Projekts steht die aktive Beteiligung der Anrainerinnen und Anrainer: Gemeinsam mit dem Musiker und Komponisten Josef Klammer werden Klänge und Geräusche aus Wohnungen, Stiegenhäusern und Freiflächen aufgenommen und anschließend zu einem eigens komponierten Konzert verarbeitet. „Unsere Instrumente werden also nicht nur Geigen oder Trompeten sein, sondern Geräusche des Alltags“, sagt Klammer. Ob Kuckucksuhr, sprechende Puppe, Fahrradklingel, Haustier oder Stabmixer – alles, was klingt, Geräusche oder Töne erzeugt, kann Teil des Konzerts werden. Die seit Anfang des Jahres gesammelten Klänge – diese akustischen Findlinge – werden von Klammer digitalisiert und am Computer bearbeitet.
Die hinter den Fassaden verborgene akustische Welt wird im Projekt „TRIESTER“ nach außen gestülpt, betont der aus Osttirol stammende und in Graz lebende Musiker: „Es sind private, oft ,intime‘ Klänge, die in der Anonymität der Öffentlichkeit verhallen. Scheinbar unbedeutende akustische Ereignisse gewinnen in diesem Konzert an Dramatik und Aufmerksamkeit.“ Den Höhepunkt bildet die öffentliche Aufführung des Werkes gemeinsam mit dem STIO – The Styrian Improvisers Orchestra am 3. Juli im Innenhof der Wohnanlage Reiherstadlgasse 33–37. Der deutsche Lichtkünstler Kurt Laurenz Theinert versetzt mit reduzierten und abstrakten Lichtprojektionen die Fassaden der Wohnanlage in Bewegung, lässt sie in einem „anderen Licht“ erscheinen und verleiht dem Gebäudekomplex auf diese Weise eine neue Identität.
In das Projekt miteingebunden sind auch die beiden Fotokünstler Martin Behr und Martin Osterider, die sich seit 2003 intensiv mit der Triestersiedlung beschäftigen, in der sie auch aufgewachsen sind. Unter dem Titel „Triester“ haben sie bereits 17 Fotobände mit Aufnahmen aus dem Wohnviertel in der Camera Austria veröffentlicht. Für die Kooperation mit Josef Klammer und Kurt Laurenz Theinert steuert das Duo neue Fotografien bei. „Es ist ein vitaler, sich ständig verändernder Lebensraum. Unser Foto-Langzeitprojekt versteht sich als offene Dokumentation, als fortlaufende Erzählung im urbanen Raum“, betonen Behr und Osterider.
Das Projekt „TRIESTER“ eröffnet neue Zugänge zum gemeinsamen Lebensraum, stärkt die Nachbarschaft und schafft Raum für Begegnung und Austausch zwischen Bewohnerinnen und Bewohnern sowie einem künstlerisch interessierten Publikum außerhalb der Siedlung. Josef Klammer: „Der Alltag der Menschen vor Ort wird auf kreative Weise sichtbar gemacht. Das illustriert letztlich auch die Vielschichtigkeit und die Geschichte der Triestersiedlung.“
Begleitend dazu wurde ein Schulprojekt mit der Volksschule Triester gestartet. Dabei setzen sich die Kinder spielerisch mit Klang, Wahrnehmung und ihrem Lebensumfeld auseinander und wirken aktiv an der Entstehung der Komposition mit.
Die im Rahmen von „TRIESTER“ entstandenen Klänge werden über die Uraufführung hinaus erhalten bleiben und weiterwirken: Eine limitierte Edition umfasst unter dem Titel „REMEMORY TRIESTER“ eine Schallplatte mit Download-Code sowie ein Memory-Spiel mit markanten Fotomotiven.
Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen, die Aufführung vor Ort am 3. Juli zu besuchen. Gerne stehen die Künstler auch im Vorfeld für Interviews bereit. Für Rückfragen sowie Gesprächsanfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Das Projekt TRIESTER erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Stadtteilzentrum Triester und der
:: Styrian Assiciation for New and Improvised Music.

Hauptsponsor ist die :: GWS (Gemeinnützige Alpenländische Gesellschaft für Wohnungsbau und Siedlungswesen m.b.H.)
Gefördert vom Land Steiermark, der Stadt Graz und dem Bezirksrat Gries.

Historischer Rückblick
1986: Gemeinsam mit :: Seppo Gründler entwickelte Josef Klammer im Rahmen des Jahresprogramms 1986 „HEIMAT“ der :: Steirische Kulturinitiative das Projekt :: HEIMATKLANG – KLANGHEIMAT für die Stadt Eisenerz, das am 27. Juni 1986 am Bergmannsplatz uraufgeführt wurde. Das Konzert bildete den Abschluss einer mehrwöchigen künstlerischen Recherche zur sozialen und akustischen Topografie der Stadt sowie ihrer Bewohnerinnen und Bewohner.
Im Zentrum stand die damals noch junge Technologie des Sound-Samplings, die erstmals ermöglichte, alltägliche Geräusche und ortsspezifische Klangphänomene in einen kompositorischen Kontext zu überführen. Die von den Künstlern in Eisenerz gesammelten Klänge wurden gemeinsam mit traditionellen Liedern, Märschen und lokalem musikalischem Material zu einer vielschichtigen akustischen Collage verdichtet. „HEIMATKLANG – KLANGHEIMAT“ kann damit als frühes Beispiel partizipativer Klangkunst und ortsbezogener musikalischer Praxis im Spannungsfeld von Erinnerung, Identität und öffentlichem Raum gelesen werden.

2013: Im Rahmen des 22. Internationalen Straßentheaterfestivals Olala in Lienz realisierte Josef Klammer gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Häuserblocks Weidengasse/Ecke Spitzkofelstraße das Projekt :: WEIDENSPITZ. Auch hier wurde das verborgene akustische Innenleben eines urbanen Wohnraums nach außen getragen und im öffentlichen Raum hörbar gemacht. Mitwirkender war hier der Stuttgarter Lichtkünstler Kurt Laurenz Theinert, der auch bei „TRIESTER“ die Fassaden der Wohnanlage mit seinem „Visual Piano“ bespielen wird.

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With the art project “TRIESTER,” Graz’s Triester Housing Estate will be transformed into an extraordinary venue for music, sound art, and light installations. The aim of this multimedia project is to give new visibility and audibility to the living environment of the residents of the Gries district. On 3 July 2026, a U-shaped residential complex will be turned into an acoustic and visual experience space for one evening. The project’s main sponsor is GWS (Gemeinnützige Alpenländische Gesellschaft für Wohnungsbau und Siedlungswesen m.b.H.).
At the heart of the project is the active participation of local residents. Together with musician and composer Josef Klammer, sounds and noises from apartments, stairwells, and outdoor spaces are being recorded and subsequently transformed into a specially composed concert work. “Our instruments will not only be violins or trumpets, but also the sounds of everyday life,” says Klammer. Whether a cuckoo clock, a talking doll, a bicycle bell, a pet, or a hand blender—anything that produces sounds, noises, or tones can become part of the concert. The sounds collected since the beginning of the year—these acoustic found objects—are digitized and processed on the computer by Klammer.
The acoustic world hidden behind the facades will be turned inside out in the project “TRIESTER,” emphasizes the East Tyrolean-born musician, who now lives in Graz: “These are private, often ‘intimate’ sounds that normally fade away anonymously in public space. Seemingly insignificant acoustic events gain drama and attention within this concert.” The culmination of the project will be the public performance of the work together with STIO – The Styrian Improvisers Orchestra on 3 July in the courtyard of the residential complex at Reiherstadlgasse 33–37. German light artist Kurt Laurenz Theinert will animate the facades of the housing complex with reduced and abstract light projections, presenting them in a different light and thereby giving the building ensemble a new identity.
The project also involves photographers Martin Behr and Martin Osterider, who have been closely engaged with the Triester Housing Estate since 2003 and who themselves grew up there. Under the title “Triester,” they have already published seventeen photo books featuring images from the neighborhood through Camera Austria. For their collaboration with Josef Klammer and Kurt Laurenz Theinert, the duo will contribute new photographic works. “It is a vibrant and constantly evolving living environment. Our long-term photographic project sees itself as an open documentation, an ongoing narrative within urban space,” emphasize Behr and Osterider.
The project “TRIESTER” opens up new ways of experiencing a shared living environment, strengthens neighborhood connections, and creates opportunities for encounters and exchange between residents and an art-interested audience from outside the estate. Josef Klammer explains: “The everyday lives of the people who live here are made visible in a creative way. Ultimately, this also illustrates the complexity and history of the Triester Housing Estate.”
Accompanying the project is a school initiative involving Triester Primary School. Through playful engagement with sound, perception, and their surroundings, children actively participate in the creation of the composition.
The sounds created within the framework of “TRIESTER” will continue to exist and resonate beyond the premiere. A limited edition titled “REMEMORY TRIESTER” will include a vinyl record with a download code as well as a memory card game featuring striking photographic motifs.
Representatives of the media are warmly invited to attend the performance on 3 July. The artists are also available for interviews in advance. We would be pleased to assist with inquiries and interview requests.
The project TRIESTER is realized in cooperation with the Triester District Community Center and the
:: Styrian Assiciation for New and Improvised Music.
Supported by the Province of Styria, the City of Graz, and the Gries District Council.
The main sponsor is :: GWS (Gemeinnützige Alpenländische Gesellschaft für Wohnungsbau und Siedlungswesen m.b.H.).

Historical Retrospective
1986: As part of the 1986 annual program “HEIMAT” organized by the :: Steirische Kulturinitiative (Styrian Cultural Initiative), Josef Klammer and :: Seppo Gründler developed the project :: HEIMATKLANG – KLANGHEIMAT for the town of Eisenerz. The work premiered on 27 June 1986 at Bergmannsplatz and marked the culmination of several weeks of artistic research into the city’s social and acoustic topography and that of its inhabitants.
At the center of the project was the then-emerging technology of sound sampling, which for the first time made it possible to integrate everyday sounds and site-specific acoustic phenomena into a compositional framework. Sounds collected by the artists in Eisenerz were combined with traditional songs, marches, and local musical material to form a multilayered acoustic collage. “HEIMATKLANG – KLANGHEIMAT” can therefore be understood as an early example of participatory sound art and site-specific musical practice at the intersection of memory, identity, and public space.

2013: As part of the 22nd International Street Theatre Festival Olala in Lienz, Josef Klammer realized the project :: WEIDENSPITZ together with residents of the housing block at Weidengasse/Spitzkofelstraße. Here, too, the hidden acoustic inner life of an urban residential environment was brought into the open and made audible in public space. A key collaborator was Stuttgart-based light artist Kurt Laurenz Theinert, who will also take part in “TRIESTER,” using his Visual Piano to animate the facades of the housing complex.


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